WVB AöR, ein zahnloser Tiger?

Einige Medienbeiträge, z.B. im Tagesspiegel, sorgen für Verunsicherung bei den Mietervertretern.
Ja, zugegeben, man hat schon damit gerechnet, dass die ungeliebten Mieterräte in der ein oder anderen Weise behindert werden in ihrer Arbeit, dass auch die neu gegründete Wohnraumversorgung Berlin AöR (WVB AöR) als übergeordnete Senatsverwaltungsstelle für die 6 Wohnungsunternehmen nicht die Interessen der 320.000 Mieter wahrnehmen wird, sondern eher politische Vorgaben kontrollieren soll.

Doch zuerst die Artikel, auf die ich mich  beziehen möchte:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnungspolitik-unter-rot-rot-gruen-berlins-linke-mietenpolitik-startet-krampfig/19365608.html

http://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnungsbau-in-berlin-lompscher-will-wohnungsunternehmen-auf-sozialkurs-trimmen/19372174.html

Jan Kuhnert wird von vielen eher als Anarcho, denn als Mietenaktivist eingeschätzt, und Philipp Mühlberg sitzt im Aufsichtsrat der WBG Stadt & Land und ist nicht gerade als Vertreter von Mieterinteressen auffällig geworden.
Er war Büroleiter bei Peter Strieder (Ex-Senator für Stadtentwicklung), später Referatsleiter „Soziale Stadt“ in der Senatsverwaltung, und soll nun vermutlich Jan Kuhnert „ausbremsen“ als zweiter Geschäftsführer der AöR.

Allein die Konstellation ist sehenswert, Senatorin Lompscher, Linkspartei, Kuhnert bei den Grünen und Mühlberg aus der SPD.

Ursprünglich sollten die 6 kommunalen Wohnungsbaugesellschaften zu AöR (Anstalt öffentlichen Rechts) umgewandelt werden, was aber dem Land Berlin als Eigentümer bzw. Alleinaktionär nicht schmeckte, so dass man trickreich die WVB AöR als Bindeglied installierte. Ein Anstalt öffentlichen Rechts ist im Unterschied zu anderen Körperschaften nicht mitgliedschaftlich organisiert, sondern hat Nutzer.
Wen die Unterschiede genauer interessieren, den möchte ich auf die Wikipedia verweisen:
AöR
AG
GmbH

Die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ist hier aufgeführt, weil 3 der kommunalen Berliner WBGen diese Gesellschaftsform besitzen, die 3 anderen sind Aktiengesellschaften, die sich zu 100% in Berliner Hand befinden, also landeseigene Körperschaften darstellen, die ihre Profite bis vor kurzem an die Aktionäre, also das Land Berlin abführen mussten.

Nun heisst es also für die Mieterräte und sonstigen Mietervertretungen abzuwarten, wie sich die neue AöR ihnen gegenüber zeigt.
Nicht verhehlen möchte ich dabei, dass ich sie eher pessimistisch einschätze, was berechtigte Interessen der Mieter angeht.